Die Methode
Oft drehen wir uns im Kreis, weil wir versuchen, tief sitzende emotionale Verstrickungen rein rational zu lösen. Genau hier setzt unsere Aufstellungsarbeit an: Wir wechseln die Ebene. Wir holen das Thema aus dem Kopf und bringen es in den Raum. Wir machen Psychotherapie in 3D.
Wenn wir von Aufstellungsarbeit sprechen, kommen wir schnell zu einem Phänomen, das im ersten Moment oft faszinierend, für manche vielleicht auch ein wenig befremdlich klingt: die repräsentierende Wahrnehmung.
Was passiert da genau? Wenn du in einer Gruppe dein Anliegen aufstellst, wählst du fremde Personen als Stellvertreter:innen für dein System (z. B. Deine Familie oder dein Team) und platzierst diese intuitiv im Raum. Sobald diese Stellvertreter:innen auf ihren Positionen stehen, geschieht etwas zutiefst Menschliches: Sie beginnen, körperliche Empfindungen, Impulse oder Emotionen wahrzunehmen, die oft erstaunlich präzise die echten Dynamiken deines Systems widerspiegeln. Da spürt jemand plötzlich eine Schwere in den Schultern, den Drang, Abstand zu halten, oder spürt eine unerwartete Verbundenheit und das, ohne die tatsächlichen Personen jemals kennengelernt zu haben. Das ist keine Magie - Das hat nichts mit Mystik zu tun. Es ist vielmehr der feine Ausdruck unserer menschlichen Fähigkeit zur Resonanz und Empathie. Wenn wir Beziehungsgeflechte räumlich sichtbar machen, übersetzt unser Körperwissen das, was der Verstand oft ausblendet.
Wir begleiten diesen Prozess als Therapeutinnen nicht mit starren Dogmen, sondern nutzen systemische Grundprinzipien als unseren Kompass: Wir schauen gemeinsam hin, ob jeder in deinem System seinen berechtigten Platz hat, ob die Rangfolge gewürdigt wird und ob die Balance aus Geben und Nehmen stimmt.
Unser Ziel ist es nicht, dir fertige „Wahrheiten“ zu präsentieren oder schnelle Heilsversprechen zu geben. Wir halten für dich den Raum, ordnen gemeinsam die Wahrnehmungen der Stellvertreter:innen und begleiten dich methodisch sicher durch den Prozess. So lange, bis sich das Bild klärt, alte Muster gewürdigt werden können und du wieder spürbar festen Boden unter den Füßen hast.
Ablauf
Deine Rolle wählen: Bei der Anmeldung entscheidest du, ob du ein eigenes Anliegen aufstellen oder als Repräsentant:in bzw. Beobachter:in teilnehmen möchtest.
Ankommen & Einlassen: Nach der Anmeldung musst du nichts weiter vorbereiten. Komm einfach zum Termin und lass dich ohne Druck auf den Prozess ein.
Das Vorinterview: Wenn du ein eigenes Thema mitbringst, klären wir direkt vor der Aufstellung in einem kurzen Gespräch deinen Auftrag und dein Ziel.
Der Prozess: Ab hier kannst du die Führung an uns abgeben. Wir leiten dich Schritt für Schritt sicher durch die Aufstellung. Du musst nichts weiter tun, als das Geschehen auf dich wirken zu lassen.
Die Integration: Am Ende des Tages gehst du mit neuen Erkenntnissen nach Hause. Um diese tiefgreifenden Erfahrungen bestmöglich zu integrieren, empfehlen wir im Nachgang ein bis zwei begleitende Einheiten bei einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten.
Anliegenanzahl: Pro Aufstellungstag gehen sich 3-4 Aufstellungen aus.
Voraussetzungen
Für die Teilnahme benötigst du keine Vorkenntnisse, sondern lediglich Offenheit für den Prozess. Dein Anliegen muss vorab nicht perfekt formuliert sein – den genauen Fokus klären wir ohnehin gemeinsam im Vorinterview.
Kosten
Aufstellungen mit eigenem Anliegen: 290€*
Aufstellungen als Repräsentant:in: 39€*/ Tag
*Aufstellungen sind umsatzsteuerbefreit
Teilnehmer:innen
Mindestteilnehmer:innenzahl: 12
Maximalteilnehmer:innenzahl: 20
Anrechenbarkeit
Die Teilnahme an unseren Aufstellungstagen (sowohl mit eigenem Anliegen als auch in der Rolle der Repräsentanz) kann für das Propädeutikum als Selbsterfahrung angerechnet werden. Gerne stellen wir dir im Anschluss eine entsprechende Bestätigung darüber aus.